Wer Wertpapiere kauft, sollte nicht nur auf die beworbene Orderprovision von 0 Euro schauen. Entscheidend ist, welche Kosten tatsächlich pro Trade, Sparplan, Kartenzahlung oder Einzahlung entstehen. Ich ordne die Trade-Republic-Kosten nach dem jeweiligen Vorgang ein und zeige, wann das Modell günstig ist und wo zusätzliche Gebühren oder Produktkosten entstehen können.
Die wichtigsten Kosten auf einen Blick
- Depot- und Kontoführung: kostenfrei.
- Einzelorder: keine Orderprovision, meist jedoch 1 Euro Abwicklungskostenpauschale.
- Direktpreis: 2 Euro pro Trade inklusive Handelsplatzgebühr.
- Sparpläne: für Aktien, ETFs und Kryptowährungen ohne Ausführungsgebühr.
- Geldabhebung: ab 100 Euro kostenlos, darunter 1 Euro Trade-Republic-Gebühr.
- Zusatzkosten: Spreads, ETF-Produktkosten, Fremdwährungsumrechnungen oder Gebühren einzelner Dienstleister können hinzukommen.
Welche Trade-Republic-Gebühren im Alltag wirklich anfallen
Das Grundmodell ist einfach. Laut aktuellem Preis- und Leistungsverzeichnis sind Depotführung, Kontoführung und Überweisungen kostenfrei. Auch für die Ausführung von Sparplänen auf Aktien, ETFs oder Kryptowährungen verlangt Trade Republic keine eigene Ausführungsgebühr.
Bei einzelnen Wertpapierkäufen und -verkäufen sieht die Rechnung anders aus. Die Orderprovision beträgt zwar 0 Euro, pro einzelnes Handelsgeschäft fällt normalerweise eine Abwicklungskostenpauschale von 1 Euro an. Diese Gebühr deckt die Abwicklung der Transaktion ab, ersetzt aber nicht automatisch alle möglichen Produkt- oder Marktkosten.
| Leistung | Kosten | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Depotführung | 0 Euro | Keine laufende Depotgebühr |
| Einzelorder im Bestpreis-Modus | 1 Euro | Zusätzlich können Spread und Produktkosten entstehen |
| Order im Direktpreis-Modus | 2 Euro | 1 Euro Abwicklung plus 1 Euro Handelsplatzgebühr |
| ETF- oder Aktiensparplan | 0 Euro bei der Ausführung | Beim späteren Verkauf fällt in der Regel 1 Euro an |
| Kontoführung | 0 Euro | SEPA-Überweisungen sind kostenfrei |
Meine wichtigste Einordnung lautet deshalb: Trade Republic ist nicht vollständig kostenlos, sondern provisionsfrei mit pauschalen Transaktionskosten. Für langfristige Anleger fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht, bei vielen kleinen Einzelorders kann ein Euro pro Ausführung die Rendite dagegen spürbar belasten.
Was eine einzelne Order tatsächlich kostet
Im standardmäßigen Bestpreis-Modus wird eine Order nach den verfügbaren Preisen relevanter Handelsplätze ausgeführt. Für diesen Vorgang zahlst du 1 Euro pro einzelner Transaktion. Kaufst du beispielsweise für 500 Euro einen ETF und verkaufst ihn später wieder, entstehen allein durch diese Pauschale voraussichtlich 2 Euro für Hin- und Rückgeschäft.
Bei kleinen Beträgen wird die Pauschale relativ teuer. Ein Kauf über 50 Euro entspricht bereits einer direkten Belastung von 2 Prozent. Bei 500 Euro sind es nur 0,2 Prozent, bei 1.000 Euro noch 0,1 Prozent. Ich würde deshalb sehr kleine Einzelorders nur dann platzieren, wenn es dafür einen guten Grund gibt.
Trade Republic bietet für Aktien und ETFs außerdem den Modus Direktpreis an. Dabei wählst du einen bestimmten Handelsplatz aus. Die Kosten betragen 2 Euro pro Trade, bestehend aus 1 Euro Abwicklungspauschale und 1 Euro Handelsplatzgebühr.
Der Direktpreis kann sinnvoll sein, wenn du bewusst an einem bestimmten Handelsplatz handeln möchtest. Für die meisten langfristigen Käufe reicht aus meiner Sicht jedoch der Bestpreis-Modus. Entscheidend ist nicht nur die Gebühr, sondern auch der Spread. Damit ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs gemeint, die bei weniger liquiden Wertpapieren oder außerhalb günstiger Handelszeiten größer ausfallen kann.
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Teilausführungen und Orderarten
Wird eine Order nur teilweise ausgeführt, berechnet Trade Republic die Abwicklungskostenpauschale laut Preisverzeichnis grundsätzlich nicht für jeden kleinen Teil separat. Bei Teilausführungen am selben Handelstag fällt sie in der Regel nur einmal pro Handelstag an.
Für Markt-, Limit- und Stop-Orders gelten bei Aktien und ETFs die jeweiligen Ausführungsbedingungen des gewählten Modus. Eine Limit-Order kann helfen, den maximal akzeptierten Kaufpreis zu kontrollieren, sie garantiert aber nicht, dass die Order überhaupt ausgeführt wird.
Warum Sparpläne besonders günstig sind
Wer regelmäßig Vermögen aufbauen möchte, profitiert am stärksten vom Gebührenmodell. Die Ausführung von Aktien-, ETF- und Krypto-Sparplänen ist kostenfrei. Auch das Ändern oder Löschen eines Sparplans verursacht keine Gebühr.
Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich. Bei zwölf monatlichen ETF-Sparplänen über jeweils 150 Euro fällt keine Trade-Republic-Ausführungsgebühr an. Würdest du dieselben zwölf Käufe als einzelne manuelle Orders platzieren, könnten allein 12 Euro Abwicklungskosten entstehen.
Die Kostenfreiheit des Sparplans bedeutet allerdings nicht, dass der ETF selbst kostenlos ist. ETFs haben laufende Produktkosten, die meist über die Total Expense Ratio, kurz TER, ausgewiesen werden. Diese Kosten werden nicht separat von deinem Konto abgebucht, sondern bereits im Fondsvermögen berücksichtigt und wirken sich damit auf die Wertentwicklung aus.
Auch der Spread bleibt relevant. Bei breit gehandelten Standard-ETFs ist er häufig niedrig, bei exotischen oder weniger liquiden Produkten kann er höher sein. Für meine langfristige Auswahl ist deshalb nicht allein die Sparplangebühr entscheidend, sondern die Kombination aus TER, Fondsgröße, Liquidität und Indexqualität.
Beim Verkauf von Sparplananteilen gilt die günstige Regel nicht vollständig weiter. Für den Verkauf kann wieder die 1-Euro-Abwicklungspauschale anfallen. Das ist kein Grund, einen Sparplan zu meiden, sollte aber bei häufigen Umschichtungen berücksichtigt werden.
Welche Kosten bei Kryptowährungen und Derivaten entstehen
Auch der Handel mit Kryptowährungen wird ohne klassische Orderprovision angeboten. Für einzelne Krypto-Transaktionen fällt jedoch grundsätzlich eine Pauschale von 1 Euro an. Zusätzlich ist der Spread wichtig, weil der tatsächlich erzielte Kurs vom angezeigten Referenzpreis abweichen kann.
Bei kleinen Krypto-Käufen wirkt sich die Pauschale besonders stark aus. Ein Kauf über 20 Euro wird durch 1 Euro Kosten rechnerisch sofort um 5 Prozent belastet, bevor sich der Kurs überhaupt bewegt. Für regelmäßige Kleinstbeträge ist ein kostenfreier Sparplan daher meist nachvollziehbarer als viele manuelle Käufe.
Derivate haben eine andere Kostenstruktur. Neben der Abwicklungspauschale können im Preis des Produkts enthaltene implizite Kosten anfallen. Dazu gehören beispielsweise Finanzierungskosten, Spread oder Kosten des Emittenten. Diese werden nicht immer als separate Kontobelastung sichtbar, können den Wert des Derivats aber direkt beeinflussen.
Ich sehe Derivate deshalb nicht als günstige Alternative zu einem ETF-Sparplan. Wer die Kosten nicht anhand des Basisinformationsblatts nachvollziehen kann, sollte von einem Kauf absehen. Die fehlende sichtbare Abbuchung bedeutet nicht, dass ein Produkt kostenlos ist.
Was Karte, Bargeld und Einzahlungen kosten
Die virtuelle Trade-Republic-Karte ist kostenlos. Für eine physische Classic Card fallen einmalig 5 Euro an, die Mirror Card kostet einmalig 50 Euro. Eine monatliche Kartengebühr wird nicht berechnet.
Bargeldabhebungen sind ab einem Betrag von 100 Euro kostenlos. Bei einer Abhebung unter 100 Euro verlangt Trade Republic 1 Euro. Zusätzlich kann der Betreiber des Geldautomaten ein eigenes Entgelt berechnen. Dieses Fremdentgelt wird normalerweise vor der Bestätigung am Automaten angezeigt.
Für Kartenzahlungen und Abhebungen in Fremdwährungen erhebt Trade Republic nach den aktuellen Angaben kein zusätzliches eigenes Währungsumrechnungsentgelt. Trotzdem wird der Wechselkurs des jeweiligen Kartennetzwerks verwendet. Das ist nicht dasselbe wie ein garantierter Interbankenkurs.
Am günstigsten ist die Einzahlung per SEPA-Überweisung. Wer dagegen eine Kreditkarte, Apple Pay oder Google Pay zur Einzahlung verwendet, zahlt eine Gebühr von 1 Prozent. Bei einer Aufladung von 100 Euro werden dadurch 101 Euro belastet.
Die Karte kann für den Alltag praktisch sein, aber ich würde sie nicht mit einem vollständig kostenlosen Bargeldkonto verwechseln. Häufige kleine Abhebungen, Einzahlungen per Karte oder Gebühren des Automaten können die vermeintlich kostenlose Nutzung schnell verändern.
Welche Zusatzkosten oft übersehen werden
Die meisten Anleger denken bei Gebühren an Kauf und Verkauf. In der Praxis entstehen zusätzliche Kosten jedoch oft bei besonderen Serviceleistungen und Kapitalmaßnahmen. Dividendenzahlungen und ETF-Ausschüttungen sind grundsätzlich kostenfrei, spezielle Weisungen oder bestimmte Vorgänge können aber Gebühren auslösen.
- Eine postalische Auftragserteilung kann 25 Euro kosten.
- Eine Standardweisung bei einer Kapitalmaßnahme kann mit 1 Euro berechnet werden.
- Spezifische Kundenweisungen per E-Mail können 5 Euro kosten.
- Freiwillige Weisungen bei Optionsscheinen oder Zertifikaten können 10 Euro kosten.
- Der Handel mit Bezugsrechten kann mit 1 Euro je Transaktion belastet werden.
- Die Eintragung von Namensaktien in das Aktienregister kann eine zusätzliche Gebühr auslösen.
Diese Gebühren betreffen nicht jeden Anleger. Sie werden aber relevant, wenn du aktiv an Kapitalmaßnahmen teilnehmen, Bezugsrechte handeln oder spezielle Dokumente anfordern möchtest. Vor einer Bestätigung zeigt die App die voraussichtlichen Kosten an. Nach der Ausführung findest du zusätzlich einen Kostenbericht in der Timeline.
Steuern sind von Gebühren zu unterscheiden. Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer sind keine Preisbestandteile des Brokers, sondern gesetzliche Abgaben. Sie können deine Nettorendite trotzdem deutlich stärker beeinflussen als die einzelne Orderpauschale.
Für wen das Gebührenmodell sinnvoll ist
Für Anleger, die langfristig ETFs besparen, ist das Modell sehr attraktiv. Es gibt keine Depotgebühr, keine Sparplangebühr und keine monatliche Kontogebühr. Wer seine Käufe bündelt und selten handelt, hält die direkten Transaktionskosten niedrig.
Weniger überzeugend ist das Modell für sehr aktives Trading. Viele kleine Orders, häufige Verkäufe, geringe Ordervolumen und der Handel in wenig liquiden Wertpapieren können durch Pauschalen und Spreads teuer werden. Dazu kommt, dass die Auswahl an Handelsplätzen und Zusatzfunktionen nicht mit jedem klassischen Vollbroker vergleichbar ist.
Mein praktischer Ansatz wäre daher einfach. Für einen ETF-Sparplan kann Trade Republic eine günstige Lösung sein. Bei größeren Einzelorders prüfe ich den angezeigten Spread und die ex ante ausgewiesenen Gesamtkosten. Bei Derivaten und Kryptowährungen schaue ich zusätzlich auf Produktstruktur, Liquidität und Haltedauer.
Ein kostenloses Depot ist schließlich nur dann günstig, wenn das Produkt zur eigenen Strategie passt. Die wichtigste Zahl ist nicht die beworbene Orderprovision, sondern die Summe aus Pauschale, Spread, Produktkosten und Häufigkeit der Transaktionen.
Die günstigste Nutzung hängt von deiner Anlagestrategie ab
Für langfristigen Vermögensaufbau liegen die Stärken klar bei den kostenlosen Sparplänen und der fehlenden Depotgebühr. Wer dagegen häufig kleine Einzelorders platziert, sollte den festen Eurobetrag pro Transaktion immer in Relation zur Anlagesumme setzen.
Ich würde vor jeder Order kurz die Kostenansicht in der App prüfen und bei ETFs zusätzlich die laufende TER sowie den Spread berücksichtigen. So entsteht ein realistisches Bild der Gesamtkosten und nicht nur der Eindruck, dass ein Angebot wegen 0 Euro Orderprovision automatisch komplett kostenlos ist.
