Eine internationale Überweisung kann trotz korrekter Kontonummer scheitern, wenn die Bankkennung fehlt oder falsch ist. Der BIC identifiziert das Finanzinstitut des Empfängers, während die IBAN das konkrete Konto bezeichnet. Ich erkläre, wie der Code aufgebaut ist, wann er noch benötigt wird und worauf Sie bei Banken und Brokern achten sollten.
Die wichtigsten Fakten zum BIC auf einen Blick
- BIC bedeutet Business Identifier Code und kennzeichnet ein Finanzinstitut international.
- Ein BIC besteht aus 8 oder 11 Zeichen.
- Die IBAN identifiziert das Konto, der BIC die Bank oder den Zahlungsdienstleister.
- Bei vielen Euro-Überweisungen im SEPA-Raum reicht heute die IBAN aus.
- Für Zahlungen außerhalb des SEPA-Raums kann der BIC weiterhin erforderlich sein.

Was der BIC genau bedeutet
Die Abkürzung BIC steht für Business Identifier Code. Es handelt sich um einen international standardisierten Code, mit dem Banken, Broker und andere Zahlungsdienstleister eindeutig erkannt werden. Im deutschen Alltag wird der BIC häufig auch als SWIFT-Code bezeichnet.
Der Code sagt jedoch nicht, welches einzelne Konto gemeint ist. Er zeigt lediglich, bei welchem Institut die Zahlung ankommen soll. Für die eindeutige Zuordnung des Kontos wird zusätzlich oder je nach Zahlungsart die IBAN benötigt.
Ich merke immer wieder, dass diese beiden Angaben verwechselt werden. Die einfache Eselsbrücke lautet deshalb: IBAN für das Konto, BIC für die Bank. Erst zusammen ergeben die Daten bei vielen internationalen Zahlungen ein vollständiges Empfängerprofil.
So ist ein BIC aufgebaut
Ein BIC enthält entweder 8 oder 11 alphanumerische Zeichen. Die ersten acht Zeichen beschreiben das Institut und seinen Standort. Drei zusätzliche Zeichen können eine bestimmte Filiale oder Abteilung kennzeichnen.
| Stelle | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 bis 4 | Instituts- oder Bankcode | AAAA |
| 5 bis 6 | Ländercode nach ISO-Standard | DE für Deutschland |
| 7 bis 8 | Orts- oder Standortcode | FF |
| 9 bis 11 | Optionale Filialkennung | XXX |
Ein schematisches Beispiel wäre AAAADEFFXXX. Dabei steht „DE“ für Deutschland, während „XXX“ häufig verwendet wird, wenn keine spezielle Filiale angegeben werden muss. Ein achtstelliger BIC kann technisch um diese drei Zeichen ergänzt werden.
Die konkrete Schreibweise sollte immer aus einer verlässlichen Quelle übernommen werden. Schon ein vertauschtes Zeichen kann dazu führen, dass eine Zahlung geprüft, verzögert oder zurückgewiesen wird. Die Deutsche Bundesbank führt für deutsche Zahlungsdienstleister entsprechende Bank- und BIC-Daten.
Der Unterschied zwischen BIC, SWIFT und IBAN
BIC und SWIFT-Code werden in Formularen meist gleich verwendet. Der BIC ist der standardisierte Identifikationscode nach ISO 9362, während SWIFT das internationale Finanznetzwerk betreibt, über das viele Zahlungsnachrichten ausgetauscht werden. Deshalb hat sich die Bezeichnung SWIFT-Code im Zahlungsverkehr eingebürgert.
Die IBAN funktioniert anders. Sie enthält in Deutschland 22 Zeichen und setzt sich unter anderem aus Ländercode, Prüfziffer, Bankleitzahl und Kontonummer zusammen. Der BIC ist darin nicht einfach als vollständige Bankkennung enthalten, sondern bleibt eine separate Angabe.
| Merkmal | BIC | IBAN |
|---|---|---|
| Identifiziert | Bank oder Zahlungsdienstleister | Konkretes Zahlungskonto |
| Länge | 8 oder 11 Zeichen | In Deutschland 22 Zeichen |
| Typischer Einsatz | Internationale und bestimmte grenzüberschreitende Zahlungen | SEPA- und viele internationale Überweisungen |
| Fehlerfolge | Bank kann nicht eindeutig zugeordnet werden | Konto kann falsch oder gar nicht erreicht werden |
Für mich ist diese Unterscheidung besonders wichtig, wenn Geld an einen Broker überwiesen wird. Der BIC des Brokers oder seiner Abwicklungsbank ersetzt nicht die persönliche Referenz, die der Broker zur Zuordnung des Geldes verlangt. Fehlt diese Referenz, kann die Zahlung trotz richtiger IBAN manuell bearbeitet werden.
Wann der BIC bei Überweisungen gebraucht wird
Bei einer Euro-Überweisung innerhalb des SEPA-Raums genügt in vielen Fällen die IBAN. Banken dürfen den BIC bei solchen Zahlungen grundsätzlich nicht mehr vom Kunden verlangen. Das gilt auch für zahlreiche grenzüberschreitende Überweisungen in Europa.
Außerhalb des SEPA-Raums sieht es anders aus. Bei Zahlungen in Länder mit anderen Zahlungssystemen oder bei bestimmten Fremdwährungstransaktionen kann die Empfängerbank weiterhin IBAN und BIC verlangen. Zusätzlich können Angaben zur Korrespondenzbank, zum Verwendungszweck oder zur Gebührenaufteilung erforderlich sein.
- SEPA-Euro-Überweisung innerhalb Europas: meist reicht die IBAN.
- Überweisung in ein Nicht-SEPA-Land: BIC wird häufig benötigt.
- Fremdwährungszahlung: Bank kann zusätzliche Zahlungsdaten verlangen.
- Broker-Einzahlung: BIC, IBAN und persönliche Referenz müssen zusammenpassen.
Ob ein BIC tatsächlich erforderlich ist, entscheidet letztlich das Zielland, die Währung, die beteiligten Banken und das Zahlungsformular. Ich würde mich deshalb nicht allein auf eine allgemeine Regel verlassen, sondern die Daten direkt aus dem Auftrag des Empfängers übernehmen.
So finden Sie den richtigen BIC
Am sichersten finden Sie den Code in Ihrem Online-Banking, auf einem Kontoauszug oder in den offiziellen Zahlungsdaten der Bank. Viele Institute zeigen den BIC gemeinsam mit der IBAN an. Auch ein seriöses Bankverzeichnis kann helfen, wenn Sie den Namen und den Sitz des Instituts kennen.
Bei einem Broker sollten Sie ausschließlich die Kontodaten verwenden, die im persönlichen Kundenbereich angezeigt werden. Broker arbeiten teilweise mit einer separaten Abwicklungsbank. Der BIC gehört dann nicht unbedingt zum Markennamen des Brokers, sondern zu dem Institut, das die Kundengelder technisch entgegennimmt.
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Diese Angaben sollten Sie vor dem Absenden abgleichen
- Stimmt der Name des Zahlungsempfängers mit den Angaben der Bank oder des Brokers überein?
- Passt der BIC zum Land und Institut der Empfängerbank?
- Ist die IBAN vollständig und ohne Tippfehler eingetragen?
- Wurde die persönliche Kunden- oder Referenznummer im Verwendungszweck ergänzt?
- Zeigt das Formular eine zusätzliche Gebühr für Fremdwährung oder Auslandszahlung an?
Ein BIC-Rechner kann eine erste Orientierung liefern, ersetzt aber nicht die Prüfung beim Zahlungsdienstleister. Besonders bei größeren Beträgen würde ich eine Testüberweisung oder eine direkte Rückfrage beim Empfänger in Betracht ziehen.
Typische Fehler bei Banken und Brokern
Der häufigste Fehler ist die Annahme, der BIC sei eine Art internationale Kontonummer. Das ist er nicht. Wer nur den BIC kennt, kann noch kein bestimmtes Konto anweisen, weil die IBAN oder eine gleichwertige Kontokennung fehlt.
Auch alte Bankdaten sorgen gelegentlich für Probleme. Fusionen, Umfirmierungen und neue Abwicklungsstrukturen können dazu führen, dass ein früher verwendeter BIC nicht mehr aktuell ist. Bei Brokern kommt hinzu, dass Einzahlungen oft nur über ein bestimmtes Referenzkonto korrekt zugeordnet werden.
Die Kosten hängen ebenfalls nicht allein vom BIC ab. Für eine internationale Zahlung können Fremdwährungsaufschläge, Korrespondenzbankgebühren und Entgelte der Empfängerbank anfallen. Der BIC selbst ist normalerweise kein separat berechneter Service, sondern eine Identifikationsangabe im Zahlungsauftrag.
Bei Unsicherheit sollte die Bank des Zahlers oder der Broker die korrekten Zahlungsdaten bestätigen. Eine nachträgliche Korrektur kann deutlich aufwendiger sein als eine kurze Prüfung vor dem Absenden.
Die wichtigste Prüfung vor einer internationalen Zahlung
Der BIC beantwortet die Frage, welche Bank eine Zahlung empfangen soll. Die IBAN beantwortet, auf welches Konto das Geld gebucht wird. Wer beide Angaben mit dem offiziellen Zahlungsauftrag, dem Empfängernamen und gegebenenfalls der Broker-Referenz abgleicht, vermeidet die meisten Verzögerungen.
Für gewöhnliche SEPA-Euro-Überweisungen reicht häufig die IBAN. Sobald jedoch ein Nicht-SEPA-Land, eine Fremdwährung oder ein Broker mit eigener Abwicklungsbank beteiligt ist, sollten Sie den BIC weiterhin sorgfältig prüfen. Genau diese kleine Kontrolle macht bei internationalen Zahlungen oft den größten Unterschied.
